Strategiewerkstatt diskutiert über Chancen und Risiken für den sozialen Zusammenhalt und will für die Zukunft ein LEADER-Forum gründen

Voraussichtlich vier Entwicklungsziele wird die neue Lokale Entwicklungsstrategie umfassen, mit der sich die LEADER-Region Traun-Alz-Salzach für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will. Neben dem Klima- und Ressourcenschutz und der regionalen Wertschöpfung sowie der Daseinsvorsorge, dem demografischen Wandel und der Förderung der Lebensqualität, die bereits bei den vier Online-Konferenzen erarbeitet worden sind, zählen ebenso der soziale Zusammenhalt und die Vernetzung dazu, die nun bei der Strategiewerkstatt am 2. Mai im Mehringer Ortsteil Hohenwart im Fokus standen. Mit Blick auf die zukünftige Förderperiode und die resiliente Entwicklung der Region wurde vorgeschlagen, ein LEADER-Forum zu gründen, um sich regelmäßig auszutauschen und zukünftige Projekte entwickeln zu können, was auch dazu dient, den Zusammenhalt im LAG-Gebiet und die Identifikation mit den gemeinsamen Zielen zu stärken.

Durch die Coronakrise und nun den aktuellen Ukraine-Krieg gibt es große Unsicherheiten in der Bevölkerung und es wird befürchtet, dass die gesellschaftliche Spaltung der Gesellschaft etwa durch Engpässe auf dem Wohnungsmarkt oder beim Kita-Personal weiter zunimmt. Positiv hingegen ist, dass es nach wie vor eine große private Hilfsbereitschaft gibt und auf die Vereine Verlass ist.

Um den Zusammenhalt vor Ort stärken zu können, sind offene Begegnungen und ungezwungene Treffmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen notwendig, wurde als eine Konsequenz formuliert. Konkret sind dafür Räume wie Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser oder auch soziale Treffpunkte im Freien notwendig sowie Personal zum Beispiel in Form von (Nachbarschafts-)Helfern oder (Quartiers-)Managern und natürlich „Menschen, die mitmachen“. Da in einigen Orten die Wirtshäuser bereits schließen mussten, sind hier solche sozialen Treffpunkte besonders wichtig. Es ist allerdings zu prüfen, ob dafür bestehende Räumlichkeiten wieder nutzbar gemacht werden können. „Vorhandene Gastwirtschaften zu stärken bzw. bereits vorhandene Gebäude umzunutzen ist oftmals sinnvoller“, wurde eingeschätzt.

Die gesellschaftlichen Veränderungen schlagen sich auch bei den klassischen Vereinen nieder, denen es teilweise immer weniger gelingt, Vorstände neu zu besetzen, war ein weiterer Punkt. Vor allem junge Leute wollen sich lieber projektbezogen engagieren anstatt eine ehrenamtliche Funktionen zu übernehmen.

Daher wurde als weiteres Ziel aufgenommen, die ehrenamtlichen Strukturen zu stärken und die Übernahme von Ehrenamt zu erleichtern. In Frage könnte auch eine interkommunale Ehrenamtsstelle kommen, die als Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger im LAG-Gebiet fungiert, die sich ehrenamtlich betätigen wollen. 

Bedarf gibt es auch für weitergehende Unterstützungen wie eine rechtliche Beratung oder eine Beratung zu Fördermöglichen. Vorgeschlagen wurde auch eine übergreifende Jugend- und Seniorenbetreuung. Allerdings machen es die gesellschaftlichen Umbrüche heutzutage gerade notwendig, die Teilhabe aller Gruppen also auch von Menschen mit Handicap, Alleinerziehenden, Armen etc. zu ermöglichen, lautete ein abschließender Hinweis.

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