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Bericht Projektwerkstatt – Konkrete Projekte zur Untersetzung der neuen Lokalen Entwicklungsstrategie

Bei der Projektwerkstatt für die neue Lokale Entwicklungsstrategie, mit der sich die LEADER-Region Traun-Alz-Salzach für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will, wurde es jetzt ganz konkret. Eine große Anzahl an Projekten wurden konkretisiert, mit denen die vier zukünftigen Entwicklungsziele untersetzt werden können, die bereits in vier vorangegangenen Online-Konferenzen und einer Strategiewerkstatt erarbeitet worden sind. Sobald die Anerkennung für die neue Förderperiode erfolgt ist, können die Vorschläge dann eventuell mithilfe des LEADER-Programms oder anderer Förderprogramme umgesetzt werden. „Wir sind auf einem guten Weg und es gibt so viele gute Ideen für gemeinsame Projekte“, freute sich Bürgermeister Andreas Bratzdrum, der 1. Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe und lobte das hohe Engagement der Teilnehmer.

Zum Entwicklungsziel „Klima- und Ressourcenschutz“ wurde vorgeschlagen, den Klimabonus der Regionalwährung Chiemgauer auszuweiten, mit dem klimafreundliches Handeln belohnt und Klimaschutzprojekte gefördert werden können. Außerdem könnte für die LEADER-Region ein eigenes Klima-Sparbuch entwickelt werden. Für die Verbesserung der Ökosysteme bieten sich auch ausgewählte kommunale Flächen an, die dann als Biotope untereinander vernetzt werden können. Erneut wurde auch die Idee der Privatgärten aufgegriffen, die ökologisch aufgewertet und naturnah gestaltet werden können. Um weitere Schottergärten zu verhindern, sollten Schulungen angeboten werden. 

Ein größerer Diskussionspunkt war dabei die Frage, wie es gelingen kann, den Absatz und das Bewusstsein für bio/regionale Lebensmitteln zu fördern. Aus Sicht der beiden Ökomodellregionen bieten sich Umstellungen in den Gemeinschaftsverpflegungen wie Kantinen in Betrieben oder Kliniken an und es wurde auf das Beispiel der Firma Rosenberger in Fridolfing verweisen, die ihre Kantine vor Kurzem auf Bioprodukte umgestellt hat. Potenzial wird auch bei den Ganztagsschulen und den Vereinsfesten gesehen. Von den Teilnehmern wurden konkret die Schulgärten in den Blick genommen und gewünscht, dass es möglichst in jeder Schule einen Schulgarten geben sollte, um die Kinder frühzeitig für die Zukunftsthemen regionale Lebensmittel und gesunde Ernährung zu gewinnen. Solche Gärten sind teilweise auch bei den Kindergärten machbar und könnten von Gartenbauvereinen sowie den Hauwirtschaftlerinnen und Gartenbäuerinnen unterstützt werden. Im Landkreis Altötting ist dazu bereits der Acker e. V. mit seinem Bildungsprogramm in einigen Gemeinden aktiv und in Garching will der Gartenbauverein einen Lehrgarten errichten. Bedeutung für die regionalen Produkte haben auch Stadt-Land-Kooperationen, über die Konsumierende und Produzierende in Zukunft stärker zusammengebracht und dadurch die Lebensqualität in den Städten verbessert werden kann. Anderseits können die Gemeinden und die Gaststätten im Umland vom Ausflugspotenzial der Städter profitieren. 

Zur Förderung der regionalen Wertschöpfung und der Regionalwirtschaft war ein erster Schwerpunkt die Entwicklung zukünftiger Freizeit- und Tourismusangebote. Hierzu wurden insbesondere Outdoorangebote für Jugendliche aufgenommen. In Fridolfing und Tacherting sind beispielsweise Bike-Parks geplant, die auch als Treffpunkte nutzbar sind. Eine ähnliche Idee für eine Begegnungsstätte gibt es in Tacherting. In Traunreut wird ein Pump-Track im Rahmen des integrierten Innenstadtkonzeptes entwickelt. In Tittmoning sollen die bestehen Spielplätze mit Naturmaterialien aufgewertet bzw. erneuert und mit Angeboten zur Umweltbildung kombiniert werden. Außerdem wurde die Entwicklung von Erlebnistouren bzw. Geheimnis-Entdecker-Touren (Beispiel Waginger See) vorgeschlagen, mit denen die überörtlichen Besonderheiten hervorgehoben und vernetzt werden können. Dazu passt der Mühlenlehrpfad von Tittmoning. Für den Tachertinger und Waginger Seen besteht der Wunsch nach einem barrierefreien Zugang zum See. Thema ist auch eine Routenverbesserung des Salzach-Radwegs von Haiming über Burghausen nach Tittmoning und ein Radweg zum Marktler Badesee. In Vorbereitung ist ein internationales Kooperationsprojekt zur Gemeinwohlökonomie.

Wichtig für die Daseinsvorsorge sind auch die Dorfläden und ein solcher ist in Tengling in Planung. Zur Verbesserung des ÖPNV wurde aufgenommen, den Nachtschwärmer-Bus zu reaktivieren. Im Gespräch ist auch eine Bahnverbindung, die zwischen Wiesmühl und Ostermiething (Salzburger Lokalbahn) hergestellt werden könnte.

Zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Vernetzung gab es Projektvorschläge zur Förderung der Dorfgemeinschaft. In Engelsberg soll ein Proberaum für die Andreas-Bläser in der Schulturnhalle und ein Vereinsgebäude im Begegnungspark im Ortsteil Inhausen entstehen. Im Pallinger Ortsteil Freutsmoos ist ein Dorfgemeinschaftshaus geplant. Bedeutung haben auch die vielen kulturellen Gruppen und es wurde angeregt, den Kulturbetrieb in der LEADER-Region zu vernetzen. Zur Unterstützung von bestimmten Kultur-Veranstaltungen oder Highlights können Sonderbusse eingesetzt werden, wurde angeregt.

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